Weltmeisterschaft 2016 Novara/Italien

Es war wieder soweit. Es war Ende September, das heißt WM-Zeit. Dieses Jahr fand die Weltmeisterschaft im italienischen Novara statt. Am Mittwoch (28.09.) stand die Anreise auf dem Plan. Ob mit dem Auto oder dem Flugzeug, wir Läufer und unsere Trainerin Annette Ziegenhagen-Gielnik kamen alle gut an. Das kann man allerdings von unserem Choreografen Gert Hofmann nicht behaupten. Sein Flieger am Donnerstag fiel aus, weshalb er mit reichlicher Verspätung bei uns eintraf.
Für uns Läufer standen am Donnerstag zwei Trainings auf dem Plan. Auf einer Außenbahn, über der ein mit Luft gefülltes Zelt aufgebaut war, fand das Training statt. Die Bahn war kleiner als die Wettkampfbahn, sodass der erste Start ein bisschen holprig verlief. Nach dem gemeinsamen Mittagessen lief das zweite Trainieren am Nachmittag schon besser. Die Videos der Trainingsläufe wurden in Gruppen analysiert und in einer Besprechung wurden letzte Absprachen getroffen und über Ziele gesprochen.
Am Freitag besichtigten wir zuerst die Wettkampfhalle und anschließend machten wir vor unserem letzten, längeren Training die Innenstadt Novaras unsicher. In einer Pizza-Bar stärkten wir uns und dann ging es ein letztes Mal auf die Trainingsbahn. Laufwege wurden optimiert und Unstimmigkeiten behoben. Dieses Training konnten wir mit einem guten Gefühl abschließen. Während wir wieder zurück in das Hotel fuhren, fand in der Halle die Auslosung der Startreihenfolge statt. Es gab keine Auswahl mehr, die letzte Zahl war für uns bestimmt. Es war die Zahl 2 und somit würden wir also als zweite Formation in den Wettbewerb gehen. Abends aßen wir noch zusammen Abendessen und unsere Nähfee richtete noch bei jedem Kleid den Rock. Danach hieß es schlafen gehen, denn das offizielle Training ging für uns den nächsten Tag bereits um 8:35 Uhr los.
An dem Morgen wartete ein straffer Zeitplan auf uns: aufstehen, Dutt machen, frühstücken, losfahren, vorbereiten, Trockentraining, offizielles Training. Das Training verlief nicht ganz fehlerfrei und die Aufregung oder Anspannung war zu sehen. Nach zwanzig Minuten war es vorbei und nach einer kurzen Analyse seitens der Trainer sollten die Fehler vergessen und nur noch positiv gedacht werden. Nach einer kurzen Zeit im Hotel begannen wir mit dem Haarefärben und aßen anschließend Pasta zum Mittag. Danach begannen wir mit dem Schminken und nach kurzer Zeit waren wir 22 gleich aussehende Mädels und Hendrik, der allerdings verschont wurde.
Anschließend ging es in die Wettkampfhalle, wo die Eröffnungsfeier in vollem Gange war. Diese tolle Atmosphäre in der vollen Halle konnten wir kurz auf uns wirken lassen, bevor es zum Aufwärmen ging. Rollkunstlaufen ist in Italien viel bekannter und verbreiteter, weshalb die Halle nahezu ausverkauft war und alle begeistert mitgejubelt haben. Da der Wettergott entschieden hatte, es an diesem Tag regnen zu lassen, verlagerten wir das Aufwärmen in den Eingangsbereich der angrenzenden Schwimmhalle. Danach hieß es Konzentration bewahren und Rollschuhe anziehen. Bevor wir dran waren, stellten wir uns zusammen in einen Kreis und gaben uns gegenseitig Kraft und Vertrauen für den anstehenden Lauf. Mit Freude, Aufregung, Gespanntheit und Lust einen tollen Lauf hinzulegen betraten wir die Bahn. Jetzt ging es los. Alle Augen waren auf uns gerichtet und wir konnten endlich zeigen, was wir konnten.
Der Lauf war der beste unserer Saison. Mit ihm konnten wir zufrieden sein. Glücklich darüber aber auch etwas ratlos über die Wertung, die sich von 7,5 bis 9,3 bewegte, suchten wir einen Platz, von dem wir die übrigen Formationen angucken konnten. Punktemäßig wären wir auf dem 4. Platz gewesen. Aufgrund der Plazierungen der Kampfrichter beendeten wir den Wettbewerb aber mit dem 6. Platz. Weltmeister wurde das Team „Sincro Roller“ aus Italien. Platz 2 und 3 gingen an die Teams „Roller Dreams“ und „Precision Skates“, die beide aus Argentinien kommen. Gratulation zu diesen Leistungen.
Wir bedanken uns bei Gert, der uns auf dieser Meisterschaft begleitet und im Vorfeld unsere Kür verbessert hat.
Ein ganz, ganz großer Dank geht aber an unsere Trainerin Annette, die die ganze Saison über mit uns trainiert hat und sich immer für uns einsetzt. Mit ihr haben wir die neu eingebauten Schwierigkeiten geübt und vorzeigbar gemacht, was wir ihrer Ausdauer und Opferbereitschaft für diesen Sport und dieses Team verdanken.

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