Saison 2012 – alles auf Anfang

Ball des Sports im Kuppelsaal

Zahlreiche Spitzen- und Nachwuchssportler wurden Anfang Februar zum alljährlichen Ball des Sports in den Kuppelsaal Hannover eingeladen. Auch wir waren mit von der Partie und feierten rückblickend die vergangene Saison 2011. Nach einem gemeinsamen Essen und Umtrunk begannen um 20:00 Uhr die offiziellen Feierlichkeiten.
Neben zahlreichen Showacts ehrten die Moderatoren den Sportler, die Sportlerin und die Mannschaft des Jahres. Anschließend nutzten wir die seltene Gelegenheit, um einen netten Abend ohne Rollschuhe unter den Füßen, sondern in festlicher Garderobe, zu verbringen.

Bis spät in die Nacht wurde getanzt und gelacht. Als Abschied gab es am Ausgang noch die traditionelle Tüte mit Frühstücksbrötchen, mit der die verschiedenen Rückwege aller DreamTeam-Mitglieder nicht allzu lang erschienen. Alles in allem war der Abend eine gelungene Einstimmung auf die kommende Saison.

Neue Kür mit Inspirationen vom Eiskunstlauf

Nach dem Tod von unserem langjährigen Trainer Wolfgang Grampp im Jahr 2011 übernahm Annette Ziegenhagen-Gielnik (vorher Co-Trainerin) die gesamte Trainingsarbeit. Nach dem Kürprogramm „ABBA“ musste nun eine neue Choreographie aufgestellt werden. Hierzu nahm Annette Kontakt zu dem Trainer der erfolgreichen Eiskunstlaufformation „Team Berlin 1“ auf. Nach einigen Telefonaten konnte Gert Hofmann als Choreograph für ein neues Krüprgramm für uns gewonnen werden. Man einigte sich auf einen Musikzusammenschnitt aus dem „Phantom der Oper“ als neue Kürmusik. Bereits im Januar trafen wir uns zu einem intensiven Trainingswochenende in Berlin. In ca. 16 Stunden harter Arbeit stellte Gert mit uns das neue Programm auf. Für uns war es eine ganz neue, wertvolle Erfahrung und es kamen einige Veränderungen auf uns zu. Die Art, wie Gert an den Aufbau heranging war für uns eine ganz neue Erfahrung. Besonders einprägend war, das wir in den ersten Stunden nicht einmal unserer Kürmusik zu hören bekamen, sondern nur das inzwischen in Fleisch und Blut eingegangene "5-6-7-8"-Zählen von Gert hörten. So einige Läufer träumten sicherlich nachts davon... Erst später hörten wir dann zum ersten Mal unsere neue Kürmusik. Es wurden Elemente vom Eis auf die acht Rollen übertragen und grundlegende Prinzipien, wie z. B. das Abstimmen der verschiedenen Bilder und Aufstellungsformen nach der Größe. Leider mussten wir Gert aber sagen, dass wir anders als beim Eiskunstlauf keine Hebungen machen dürfen - er hatte isch schon ein paar schöne ausgedacht. Die vielen Veränderungen brachten frischen Wind in unsere Gruppe und alle waren motiviert dieses neue Programm „ins Laufen zu kriegen“.

 

Insgesamt war das Wochenende in Berlin, aber auch eine Aktion, die uns als Team näher zusammengebracht hat. Wir schlugen unser Lager bei unserer Teamkollegin Julia auf und organisierten gemeinsam Abendbrot und Frühstück - und die Duschreihenfolge. Die Rollschuhe ließen wir nach dem schweißtreibenden Training aber sicherheitshalber im Treppenhaus stehen.

Erster Wettbewerb

Die erste internationale Meisterschaft, die gleichzeitig auch den Höhepunkt der Saison darstellen sollte, war nun nicht mehr weit entfernt. Deshalb trainierten wir in den Monaten Februar bis Ende April besonders intensiv. Das Eintrainieren der neuen Choreographie und die Feinarbeit in der Präsentation wurden in Trainingseinheiten von 3 bis 4 Stunden am Wochenende eingeübt und gefestigt.

Europameisterschaften in Blanes/Spanien

Vom 26. bis zum 28. April 2012 fanden in Blanes/Spanien die Europameisterschaften für Showgruppen und Formationen statt. In dem örtlichen Sporthallenkomplex trafen sich rund 1000 Sportlerinnen und Sportler aus 10 verschiedenen Nationen zu spannenden Titelkämpfen. Und auch wir waren vom DRIV nominiert worden, um Deutschland zu vertreten.
Schon am Mittwochabend bzw Donnerstagvormittag machten wir uns zusammen mit den mitgereisten Fans mit dem Flugzeug auf den Weg nach Spanien. Nach ca. 2 Stunden Flug kamen wir ein wenig erschöpft, aber gesund im Wettkampfort Blanes an der Costa Brava an. Am darauffolgenden Freitag hatte Annette Ziegenhagen-Gielnik für die Formation eine andere Trainingshalle gemietet, in der in einer Stunde noch einmal intensiv an den Programmen gefeilt wurde. Für uns war dies die erste Gelegenheit in Spanien noch einmal gemeinsam zu trainieren. Leider mussten wir während des Trainings aus gesundheitlichen Gründen auf einige Läuferinnen verzichten. Dennoch konnte man mit der Übungseinheit zufrieden sein.

Unser offizielles Training fand am Samstag gegen Mittag statt. Am gleichen Abend präsentierten wir in der ausverkauften Sporthalle dem Publikum und Wertungsgericht als vierte Formation eine fast fehlerfreie Choreographie und konnten uns noch einmal über die Trainingsleistung hinaus steigern. Mit Noten um 9,2 und 9,4 verließen wir zufrieden die Fläche. Doch dann hieß es zittern, denn auch die letzte italienische Formation hatte ähnliche Wertungen vom Kampfgericht erhalten. Nach einiger Zeit war klar, dass man die Medaille mit einer 3 zu 4 Entscheidung knapp verpasst hatte. Zunächst war uns die Enttäuschung sichtlich ins Gesicht geschrieben. Unsere Trainerin Annette Ziegenhagen-Gielnik zeigte sich jedoch dennoch zufrieden mit ihrem Team und lobte uns für die unermüdliche Arbeit in den vergangenen Wochen.

Trotz des verpassten Treppchenplatzes ließen wir es uns aber nicht nehmen unsere gute Leistung mit einem gemeinsamen Partyabend zu feiern. Der Nachbarort Lloret de Mar bot dafür die perfekte Location. Bis tief in die Nacht tanzten wir in der Disco und genossen den lustigen Teamabend bevor die meisten von uns am nächsten Tag wieder die Heimreise antreten mussten.

3 nationale Meisterschaften – 3 Titelgewinne

Auf den nationalen Meisterschaften zeigten wir unser Kürprogramm nur mit 16 Läuferinnen und Läufern. Aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen konnten einige von uns nicht teilnehmen. National begonnen die Meisterschaften mit den Landesmeisterschaften, die im Eisstadion in Wolfsburg ausgetragen wurden. Das Dream Team machte während des Kürvortrages einen kuriosen Fehler, den jedoch außer uns selber kaum jemand bemerkte. Wir schloßen einen Kreis in der falschen Reihenfolge, so dass alle Läufer auf den falschen Plätzen standen... Im Anlauf zum Block mussten wir dann spontan alle den Platz wechseln, um uns wieder richtig zu sortieren. So etwas war uns tatsächlich noch nie passiert.
Wir gewannen aber dennoch vor dem Team „Temptation“ aus Hameln/Osnabrück den Landesmeistertitel.

Auch auf den Norddeutschen Meisterschaften in Bonn konnten wir unser Programm mit Tempo und gutem Ausdruck präsentieren. Wir wurden verdient Norddeutscher Meister – Titel Nr. 2.

Der nationale Höhepunkt war Anfang August die Deutsche Meisterschaft in Harsefeld. Hier mussten wir auf zwei Teammitglieder verzichten. Unsre Nadine hatte sich nämlich genau das Datum für ihre standesamtliche Trauung ausgesucht und Freundin Ramona war als Trauzeugin auch Zuhause geblieben. Natürlich ließen wir es uns nicht nehmen der lieben Nadine einen kleinen Hochzeitsgruß zu schicken.

 

Das Team erlief sich trotz Sturz den Titel und konnte das nationale Triple damit komplettieren. Durch unsere beständige Leistung wurden wir auch zu den Weltmeisterschaften nominiert. Da die Kosten für die Teilnahme an dieser Meisterschaft in Taiwan jedoch sehr hoch waren und jeder einzelne die Reise eigenständig finanzieren musste, konnten wir an diesem letzten Saisonhöhepunkt nicht teilnehmen.

 

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