Bronze bei der Europameisterschaft in Portugal

Dieses Jahr fand die EM vom 27. – 30. April in Porto/Portugal statt. Anfang des Jahres hieß es für uns Küraufbau. Zu dem Thema „Les Misérables“ wurde ein neues Programm erarbeitet. Außerdem haben uns Ende 2015 einige langjährige und erfahrene Läufer verlassen und es sind viele neue junge Läufer zu uns gestoßen. Für diese sollte die EM die erste Meisterschaft mit dem Dream Team werden.

Anreise zur EM

Am Mittwoch und Donnerstag machten wir uns in kleinen Gruppen mit dem Flieger auf den Weg nach Portugal. Schon im Vorfeld sind einige Läufer aus gesundheitlichen und beruflichen Gründen ausgefallen, weswegen wir sehr willkommene Verstärkung von zwei Formationsläuferinnen aus Winnenden bekamen. Der Flug bot uns den nächsten Stolperstein, da gerade an diesen beiden Tagen Warnstreiks stattfanden. Das hieß für einige von uns nur mit Handgepäck zu reisen, in dem unter anderem die schweren Rollschuhe Platz finden mussten. Viele hatten mit deutlichen Verspätungen zu kämpfen und eine Läuferin konnte auf Grund von Flugausfällen leider gar nicht anreisen. In der Nacht von Donnerstag auf Freitag waren dann endlich die restlichen Läufer, Trainerin, Choreograf, Eltern und Helfer eingetroffen.

Freitagmorgen fuhren wir in mehreren Mietwagen nach einem gemeinsamen Frühstück zur Trainingshalle. Vor der ersten Trainingseinheit wärmten wir uns vor der Halle bei sehr gutem Wetter gemeinsam auf und zogen danach unsere Rollschuhe an. Bevor wir auf die Bahn konnten hatten wir einige Minuten Gelegenheit uns das Training einer anderen Formation anzusehen. Während des Trainings arbeiteten wir an den einzelnen Teilen der Kür und räumten letzte Unstimmigkeiten aus dem Weg. Wir schlossen die erste Hälfte des Trainings mit einem Durchlauf ab. Nach zwei Stunden Training hatten wir nun eine Stunde Pause. Das Training wurde ausgewertet und wir aßen zu Mittag. Manchen Kürkleidern mussten fertiggestellt werden und auf Turnschuhen wurden letzte Änderungen an unserem Programm vorgenommen. Im zweiten Teil des Trainings hieß es nun die Kür einige Male durchzulaufen. Es war gut erkennbar, dass jeder Lauf immer besser wurde und wir fuhren mit einem guten Gefühl zurück in unser Hotel. Nach einem Abendessen im benachbarten Einkaufszentrum mussten noch letzte Kleider fertiggenäht und Röcke abgeschnitten wurden. Damit beendeten wir den Tag und gingen mit Aufregung darüber, was uns der nächste Tag und dieser Wettkampf bringen werden, ins Bett.

Wettkampftag

Auch an diesem Morgen haben wir gemeinsam gefrühstückt. Danach packten wir unsere Sachen für das offizielle Training und um 10 hieß es Abfahrt. Vor Ort angekommen haben wir uns auf dem Platz vor der Halle warmgemacht und sind einige Teile der Kür ohne Rollschuhe mit Musik durchgegangen, um an unserer Syn­chro­ni­zi­tät und Präsentation zu arbeiten. Dann war es Zeit uns umziehen und nach einem kurzen Einlaufen in der Warm-up Halle gingen wir auf die Fläche. Zu Beginn des Trainings sind wir einige Teile der Kür einzeln durchgelaufen. Nachdem wir uns zu einer kurzen Besprechung versammelt hatten, stellten wir uns für den ersten Durchlauf auf. Dieser wurde gut jedoch noch etwas zurückhaltend gelaufen, da wir uns zunächst an den Boden und die Bedingungen der Halle gewöhnen mussten. Danach konnten alle einmal durchatmen und wir liefen ein zweites Mal. Wir lieferten eine saubere und ausdrucksstarke Kür und gingen zufrieden von der Bahn. Als wir aus der Halle kamen wurden wir von Eltern und Fans mit Applaus begrüßt und fuhren zurück ins Hotel. Dort wurde in zwei Gruppen geschminkt und Mittag gegessen, da uns nicht sehr viel Zeit blieb um Haare und Make-up zu machen. Nach zwei Stunden waren alle Läufer fertig. Dann war es auch schon wieder Zeit in die Halle zu fahren. Wir wiederholten unser Aufwärmen und warteten darauf, dass wir in unsere Kabine und die Warm-up Halle durften. Wir zogen unsere neuen Kürkleider an und sind zum warm werden nochmal Teile der Kür gelaufen. Dann war es soweit, wir stellten uns in einen Kreis und nahmen uns alle bei den Händen. Gegenseitig haben wir uns in die Augen geschaut und uns Kraft gegeben. Wir haben die Augen geschlossen und so langsam machte sich die Nervosität und bei den jüngeren Läufern auch ein wenig Angst breit. Mit der Startnummer eins stellten wir uns im Gang vor der Bahn auf, sammelten uns und konzentrierten uns auf den bevorstehenden Lauf. Mit einem Strahlen im Gesicht liefen wir auf die Fläche. Als die Musik anfing war die meiste Aufregung verflogen und nach einem kleinen Patzer, mit einem Sturz zweier Läufer am Anfang der Kür, steigerten wir uns von Sekunde zu Sekunde und fühlten uns in der neuen Kür immer wohler. So liefen wir den Rest sehr sauber und so gut wir konnten. Und kaum hatte es angefangen, standen wir auch schon strahlend im Schlussbild und warteten anschließend gespannt auf unsere Wertung. Mit einem Abzug, aufgrund des Sturzes, reichten die Noten von 8,3 in der B-Note bis 8,9 in der A-Note. Nun mussten wir abwarten was die anderen Formationen zeigen und konnten die letzten beiden Teams von der Tribüne aus sehen. Nach der letzten Kür rechneten wir uns aus, dass es vielleicht für den dritten Platz reichen würde. Angespannt warteten wir auf die Platzierung auf der Anzeigetafel und brachen in Jubel aus als feststand, dass wir Bronze geholt hatten. Wir feierten unseren dritten Platz, nach so vielen Unannehmlichkeiten und Hürden wie einen Sieg, da sich für uns gezeigt hatte, dass das neue verjüngte Team die Probe bestanden hat und wir mit Optimismus ins weitere Training gehen können. So durften wir zur Siegerehrung und bekamen unseren Pokal überreicht. Gold und Silber gingen an zwei italienische Teams. Nach der folgenden Abschlussfeier fuhren wir kurz in unser Hotel und machten uns dann alle mit Taxen auf den Weg in die Altstadt von Porto, um unseren Erfolg zu feiern. Dort ließen wir den Abend ausklingen und am nächsten Tag machten wir uns nach und nach auf den Weg nach Hause.

Nun heißt es für uns Training für die nationalen Wettkämpfe und Vorbereitung für die Weltmeisterschaft im Oktober in Italien.

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